2025-02-13 Strom

Klimaneutrale Wärmeversorgung in Görlitz und Zgorzelec 

Klimaneutrale Wärmeversorgung in Görlitz und Zgorzelec 


Das grenzüberschreitende Fernwärmeprojekt zwischen Görlitz und Zgorzelec, bekannt als UNITED HEAT, markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Dieses ambitionierte Vorhaben zielt darauf ab, die beiden Städte bis 2030 mit CO2-neutraler Wärme zu versorgen.

Durch die Verknüpfung der Fernwärmeinfrastrukturen und den Einsatz erneuerbarer Energien soll nicht nur die Energieeffizienz gesteigert, sondern auch ein substanzieller Beitrag zur Energiewende geleistet werden. Das Projekt steht exemplarisch für die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg und könnte als Modell für ähnliche Initiativen in Europa dienen. Derzeit sind die Städte Görlitz und Zgorzelec noch stark von fossilen Brennstoffen abhängig. In Görlitz gibt es vier separate Fernwärmegebiete, die hauptsächlich Erdgas nutzen. In Zgorzelec wird Braunkohle verbrannt, obwohl in jüngster Zeit auch in Erdgas investiert wurde. Diese Systeme verursachen zusammen einen jährlichen CO2-Ausstoß von rund 50.000 Tonnen. Die Notwendigkeit einer Umstellung auf erneuerbare Energien ist daher offensichtlich, um die Klimaziele zu erreichen und die Umweltbelastung zu reduzieren. 
  
Das Fernwärmeprojekt zwischen Görlitz und Zgorzelec ist ein komplexes Unterfangen, das den Bau neuer Infrastrukturen und die Integration moderner Technologien erfordert. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, wobei erste Fördermittel bereits geflossen sind. Ziel ist es, bis 2030 ein vollständig klimaneutrales Wärmenetz zu etablieren. Die bestehenden Fernwärmenetze der beiden Städte werden nicht nur verbunden, sondern auch auf erneuerbare Energien umgestellt. Dies erfordert erhebliche Investitionen in neue Technologien und Infrastrukturen. 

  • Biomasse wird eine wichtige Rolle spielen, insbesondere in Form von Hackschnitzeln und Sägeholzresten. In Zgorzelec wird ein Biomasse-Kraftwerk errichtet, das 48 Prozent der Energie liefern soll. Auf deutscher Seite wird der Anteil jedoch unter 25 Prozent bleiben.
  • Ein Drittel der Energie wird durch Seethermie aus dem Berzdorfer See gewonnen, indem dem Wasser Wärme entzogen wird, ohne die Temperatur des Sees signifikant zu beeinflussen. 
  • Zusätzlich werden Solaranlagen auf einem 37 Hektar großen Areal in der Nähe von Hornbach installiert, um 17 Prozent des erneuerbaren Stroms zu liefern. Eine Wärmepumpe für gereinigte Abwässer wird an der Kläranlage Nord gebaut, um die Effizienz weiter zu steigern. 

Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Sicherstellung der Sozialverträglichkeit und Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Preise für die Fernwärme müssen bezahlbar bleiben, um den Bürgern keine finanziellen Nachteile zu bringen. Der Bürgermeister von Zgorzelec, Rafał Gronicz, betont die Bedeutung der Preisgestaltung für die Akzeptanz des Projekts. Auch der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu sieht in der Bezahlbarkeit einen entscheidenden Faktor für den Erfolg des Vorhabens. 


Die Umsetzung eines solch ambitionierten Projekts bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. Technisch müssen fünf Fernwärmesysteme verbunden und neue Anlagen gebaut werden. Finanziell wird das Projekt auf etwa 195 Millionen Euro geschätzt, wobei die EU die Hälfte der Kosten fördern will. Auf deutscher Seite sind weitere 40 Prozent aus einem Bundesfonds in Aussicht gestellt. Dennoch bleibt die Finanzierung eine Herausforderung, da sich die Gesamtsumme noch ändern könnte. 
 
Quellen: 1,2.

 
 

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