Als regionaler Energie- und Umweltdienstleister beliefern die Stadtwerke Görlitz AG ihre Kunden nachhaltig mit Strom, Erdgas, Trinkwasser, Wärme und entsorgen umweltgerecht das Abwasser. Weiterhin sorgen sie für die Stadtbeleuchtung oder für schnelles Internet und unterstützen zahlreiche Projekte und Vereine in und um Görlitz.
Porträt im Film.
UNITED HEAT: Ein Spatenstich für die europäische Energiewende
Am 31. März 2026 fand in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec ein historischer Moment statt: Der Spatenstich für das grenzüberschreitende Fernwärmevorhaben UNITED HEAT markierte den Beginn der Bauphase. Dieses zukunftsweisende Projekt wird von den Stadtwerken Görlitz AG (SWG) und SEC Zgorzelec, einer Tochter von E.ON, durchgeführt.
UNITED HEAT begann vor sieben Jahren mit einer Vereinbarung zwischen den Behörden von Zgorzelec und Görlitz, die eine neue Phase der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einleitete. Das Projekt hat das Ziel, die nachhaltige Wärmeversorgung der Bürgerinnen und Bürger beider Städte langfristig sicherzustellen. Bis 2030 sollen beide Städte ihre Wärmeerzeugung vollständig auf erneuerbare Energieträger umstellen. Dazu werden innovative Technologien wie Solarthermie (Nutzung von Sonnenenergie zur Wärmeerzeugung) mit saisonaler Speicherung, Wärmerückgewinnung aus See- und Abwasser, Biomassekessel (Heizkessel, die Biomasse als Brennstoff nutzen) sowie Abwärme und Power-to-Heat-Anlagen (Umwandlung von Strom in Wärme) eingesetzt.
Durch dieVerbindung der Fernwärmenetze in Görlitz sowiegrenzüberschreitend mit Zgorzelec entstehenSynergien , die es ermöglichen, zusätzliche Haushalte an das erneuerbare Fernwärmenetz anzuschließen. Gleichzeitig profitieren Vernetzung die Menschen auf beiden Seiten der Neiße von einer deutlich höheren Versorgungssicherheit.
Die Finanzierung des Projekts erfolgt unter anderem durch das Programm der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA). Die Investitionen auf deutscher Seite werden mit 81,6 Millionen Euro unterstützt. Die Gesamtkosten der Investition belaufen sich auf etwa 195 Millionen Euro, verteilt auf die polnische und deutsche Seite.
Neben der Errichtung einer Fernwärmeleitung, die die beiden Systeme verbindet, werden auf der deutschen Seite drei Standorte zu einem größeren Fernwärmesystem zusammengeführt. Auf der polnischen Seite wird ein Biomasseheizwerk mit einer thermischen Leistung von 25 Megawatt errichtet, um die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten.
Politische Würdigung erhielt das Projekt von hochrangigen Gästen wie der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die UNITED HEAT als Vorbild für die europäische Energiewende bezeichnete. Auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte das Projekt als Leuchtturm für ganz Europa.
Der polnische Energieminister Miłosz Motyka betonte die Bedeutung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und die Integration der Fernwärmesysteme beider Länder als wichtigen Schritt für die Energiesicherheit. Diese grenzüberschreitende Kooperation ermöglicht den Austausch von Wissen und die Umsetzung von Innovationen.
Mit dem Spatenstich auf dem Gelände der Görlitzer Kläranlage beginnt der erste Bauabschnitt des grenzüberschreitenden Wärmenetzes in Görlitz. Noch in diesem Jahr ist die Anbindung des Siemens-Standorts an das Fernwärmenetz Königshufen geplant, was umfangreiche Bauarbeiten erfordert.
United Heat - Projektfilm
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